Bluffcatchen am River: Call-Preis und MDF unterscheiden

Ein River-Call beendet die Setzrunde
Ein Bluffcatcher schlägt Bluffs, verliert aber gegen Value-Bets. Heads-up führt ein Call am River zum Showdown: Es folgen weder Karten noch Einsätze. Ein Call kann den Gegner auch nicht zum Folden bringen.
Berechne die Break-even-Equity
P sei der Pot vor dem gegnerischen Einsatz B. Ohne Rake beträgt der endgültige Pot nach dem Call P + 2B. Die nötige Equity ist B / (P + 2B). Beispiel: Bei 75bb in einen Pot von 100bb zahlst du 75bb, um um 250bb zu spielen. Die Schwelle beträgt 30% einschließlich geteilter Pots. Oberhalb davon ist der zusätzliche Call-EV gegenüber einem Fold unter diesen Annahmen positiv; ein Raise kann trotzdem besser sein.
MDF ist eine andere Kennzahl
MDF = P / (P + B), hier ungefähr 57,1%. Sie beschreibt in einem vereinfachten Modell den Anteil der gesamten Range, der gegen Bluffs mit null Equity durch Call oder Raise weiterspielt. Sie ist nicht die nötige Equity einer einzelnen Hand. Blufft der Gegner zu wenig, musst du nicht nur zum Erreichen der MDF callen.
Prüfe die Betting-Range
Rekonstruiere Value-Hände und Bluffs anhand der bisherigen Aktionen. Prüfe, welche Kombinationen deine Karten ausschließen. Reale Value-Bets zu blockieren und Bluffs verfügbar zu lassen kann einen Call verbessern. Schlägst du alle Bluffs und verlierst gegen alle Value-Hände ohne Unentschieden, entspricht dein Equity-Anteil dem Bluff-Anteil. Vergleiche plausible Ranges, statt eine Schätzung als Tatsache zu behandeln.
MDF und ihre Grenzen bei GTO Wizard (Englisch)