Triple-Barrel-Beispiel: Karten, Stacks und EV prüfen

Annahmen und Preflop
Dies ist ein erfundenes Rechenbeispiel. $1/$2, anfängliche effektive Stacks $200, ohne Ante und Rake. CO eröffnet 7♥5♥ auf $6, BTN callt, beide Blinds folden: Pot $15. Die Optimalität dieses Opens wird nicht behauptet.
Flop: A♥ K♠ 3♦
CO setzt $10, BTN callt: Pot $35 und je $184 übrig. 7♥5♥ besitzt unter anderem einen Herz-Backdoor-Flushdraw, doch das beweist nicht, dass Bet besser als Check ist. Dafür müssen Ranges und Antworten verglichen werden.
Turn: 4♠
Die 4♠ beseitigt den Herz-Backdoor, erzeugt aber einen Double Gutshot: Eine 2 ergibt A2345, eine 6 ergibt 34567. Das sind 8 nominelle Outs, wegen gegnerischer Karten und möglicher Flushes nicht zwingend saubere. Nach Bet und Call von $28 beträgt der Pot $91, übrig sind $156.
River: 9♣
Die 9♣ vervollständigt keine Straße. Das All-in beträgt jetzt $156; eine Bet von $150 würde $6 übrig lassen. Wenn BTN mit ATo callt und gewinnt, sagt dieser einzelne Ausgang nichts über den gesamten Bluff-EV aus.
Ein Ergebnis bestimmt nicht den EV
Im reinen Bluffmodell mit null Equity bei einem Call und nur Call oder Fold als Antwort benötigt ein Risiko von $156 für $91 genau 156/(91+156)≈63,2 % Folds zur Gewinnschwelle. Zwei Calls beweisen keine gecappte Range; ein verpasster Draw verlangt weder automatisch Bluff noch Check. Vergleiche echte Range und Check-EV, ohne ein Solver-Ergebnis zu erfinden.