Bluffen im Poker: EV, Größen und Anteile sauber trennen

Einen reinen Bluff berechnen
Am River verliere ein Bluff bei jedem Call, ohne Rake, Raises oder Check-Wert. Mit Pot vor der Bet P, Bet B und Foldfrequenz F gilt EV = F×P − (1−F)×B. Die nötigen Folds sind B/(P+B): 33,3 % bei halbem Pot, 40 % bei zwei Dritteln und 50 % bei vollem Pot. Das ist nicht der Anteil der zu setzenden Bluffs.
Kandidaten auswählen
Vergleiche Fold- und Fortsetzungsrange. Manche Blocker entfernen starke Calls, andere vor allem Folds und sind ungünstig. Ein Ass allein reicht nicht; ein bestimmter Blocker ist auch keine Pflicht. Ein trockenes Board begünstigt nicht immer den Preflop-Raiser. Eine Bet mit den Nuts ist Value, kein Bluff.
Größe bestimmt nicht den Handtyp
Ein Semibluff kann bei einem Call noch gewinnen, ist aber nicht auf kleine Bets beschränkt. Eine große Bet garantiert nicht mehr Folds und erhöht das Risiko. Vergleiche Check, Größen, Antworten und künftige Aktionen. Eine Bet von 50–66 % allein macht den gegnerischen Call nicht indifferent.
Bluff-Value-Verhältnis und Bluffanteil
Im Heads-up-Rivermodell mit Value, das alle Bluffcatcher schlägt, bei Calls verlierenden Bluffs und ohne Raises lautet das Indifferenzverhältnis Bluffs/Value B/(P+B). Der Bluffanteil an allen Bets ist B/(P+2B). Halbpot: 1 Bluff auf 3 Value, also 25 %; zwei Drittel: 2 auf 5, also 28,6 %; Pot: 1 auf 2, also 33,3 %. Das sind Modellbedingungen, keine Frequenzen für sämtliche Hände.
Fehler vermeiden
Dieselbe Größe für Value und Bluff ist kein Fehler: Beide in einer Größe zu mischen kann verhindern, dass die Handstärke verraten wird. Ausschließlich große Bluffs und kleine Value-Bets können dagegen lesbar werden. Ein verpasster Draw ist weder automatischer Bluff noch zwingendes Aufgeben.
Vor dem Urteil prüfen
Weder „tight“ noch „Shortstack“ liefert eine sichere Foldwahrscheinlichkeit. Prüfe passende Gelegenheiten, Preis und Datenunsicherheit. Vergleiche Bet-EV mit Check-EV und bewerte keine Strategie anhand eines einzelnen Calls.